Warum dein Netto langsamer sinkt als deine Stunden
Reduzierst du die Stunden um ein Viertel, sinkt dein Brutto ebenfalls um ein Viertel – dein Netto aber meist um weniger. In Deutschland steigt der Steuersatz mit dem Einkommen (Progression). Fällt das Brutto, rutschst du in einen niedrigeren Durchschnittssteuersatz, und der Anteil, der dir netto bleibt, steigt.
Sichtbar wird das am Netto-Stundenlohn: Er ist in Teilzeit oft höher als in Vollzeit. Du verdienst pro gearbeiteter Stunde also mehr – ein Effekt, den viele unterschätzen.
Was du neben dem Netto bedenken solltest
Weniger Brutto bedeutet auch geringere Einzahlungen in die Rentenversicherung und damit eine etwas niedrigere spätere Rente. Bei Arbeitslosengeld und Krankengeld zählt ebenfalls das reduzierte Einkommen. Urlaubsanspruch und Feiertage bleiben dagegen anteilig erhalten.
Nicht-finanzielle Punkte wiegen oft schwerer: gewonnene Zeit, weniger Belastung, Vereinbarkeit mit Familie oder Pflege. Diese Seite beantwortet nur die Geldfrage – die Abwägung bleibt deine.
Wann sich Teilzeit besonders rechnet
Je höher dein Grenzsteuersatz, desto günstiger ist die Reduzierung netto. Landet dein neues Gehalt im Übergangsbereich (603,01–2.000 € brutto, „Midijob“), sinken zusätzlich die Sozialabgaben – dann behältst du anteilig noch mehr.